Wälder gewinnen zunehmend an politischer Bedeutung
Aufgrund der großen Bedeutung der Wälder in den Bereichen Armutsbekämpfung, Entwicklung, Klima- und Biodiversitätsschutz gewinnt das Thema Waldschutz zunehmend an Bedeutung in der nationalen, europäischen und internationalen Politik. Konferenzen, Abkommen und Verträge nähern sich dem Thema aus unterschiedlichen Perspektiven. Auch eine Vielzahl an NGOs und Initiativen widmen sich der Thematik Wald und Waldschutz und versuchen ihrer Stimme politisches Gehör zu verschaffen.
Biodiversitätspolitik und Klimapolitik sind die Treiber
Neben der Biodiversitätspolitik und der Entwicklungszusammenarbeit ist die Klimapolitik aktuell der wichtigste Treiber für den Waldschutz. Gerade die Bedeutung der Wälder für das Klima hat zu einer intensiven Diskussion geführt, wie man die Wälder in die internationale Klimapolitik und in ein zukünftiges Klimaregime einbinden kann. Die wichtigsten Schlagworte sind Aufforstung (Afforestation) und Wiederaufforstung (Reforestation) sowie vermiedene Entwaldung (Avoided Deforestation) und Reducing Emissions from Deforestation and Degradation (REDD).
Artikel: Wald und Politik
Autoren: Georg Schattney und Juliane von Stockhausen
© Business Communications Consulting, Frankfurt
Die Rubrik „Wald und Politik“ untergliedert sich in folgende Politikbereiche:
Folgende nationale, europäische und international politische Institutionen beschäftigen sich im Rahmen ihres Institutionszwecks mit dem Thema Wald und Waldschutz:
Umweltprogramm der Vereinten Nationen (United Nations Environment Programme, UNEP)
Das United Nations Environment Programme (UNEP) versteht sich selbst als „Stimme der Umwelt“ bei den Vereinten Nationen. Es initiiert, fördert und vermittelt umweltgerechtes Handeln und agiert in enger Zusammenarbeit mit anderen UN-Organisationen, Regierungen, Nicht-Regierungsorganisationen und der Zivilgesellschaft. Auf der UNEP-Webseite stehen Informationen zu den Programmen und Konventionen der Organisation sowie die umfassenden Global Environment Outlooks (GEO)-Reports zur Verfügung. Die Seite verfügt über ein Newsportal, das auch Multimedia Beiträge anbietet. Ein Newsletter kann abonniert werden.
Europäische Umwelt Agentur (European Environment Agency EEA)
Die European Environment Agency (EEA) ist eine Institution der Europäischen Union. Sie unterrichtet und berät die Europäischen Institutionen in Umweltbelangen und dient als Informationsquelle für die Bevölkerung. Die Webseite der Agentur verfügt über Presse-Informationen sowie einen Newsletter. Die meisten Dokumente (z.B. die Topic Reports) können heruntergeladen werden. Unter den vielfältigen Links gibt es auch eine Vielzahl von Verweise zu anderen Datenbanken.
Europäische Kommission: Generaldirektion Umwelt
Die GD Umwelt ist eine von 36 Generaldirektionen der Europäischen Kommission, des exekutiven Organs der Europäischen Union. Sie ist sowohl für die Initiierung, als auch für die Kontrolle europäischer Umweltgesetzgebung zuständig. Zu Ihren Prioritäten gehören der Klima- und Naturschutz, sowie die Erhaltung der Biodiversität. Die Webseite bietet einen tiefen Einblick in die europäischen Umweltgesetzgebung, zukünftige Initiativen und Projekte.
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)
Auf der BMU-Webseite kann die deutsche Umweltpolitik übersichtlich verfolgt werden. Zu allen relevanten Themenkomplexen gibt es Hintergrunddokumente, Pressemeldungen, Reden und weiterführende Links. So auch zu den Themengebieten Klima, Biodiversität und Waldschutz.
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) entwickelt die Leitlinien und Konzepte deutscher Entwicklungspolitik, zu der auch der Wald- und Klimaschutz gehört. Die übersichtliche Webseite eignet sich sehr für einen ersten Überblick über deutsche Umwelt-Entwicklungspolitik.
Das Umweltbundesamt (UBA) ist Deutschlands zentrale Umweltbehörde. Sie unterstützt die Bundesregierung bei Forschungsvorhaben, ist für den Vollzug der Umweltgesetzgebung verantwortlich, versorgt die Bevölkerung mit Informationen zum Umweltschutz und trägt so zu deren Aufklärung bei. Ein Großteil der vom Umweltbundesamt veröffentlichten Studien ist kostenlos über die Webseite verfügbar. Beim Umweltbundesamt werden neben Presseinformationen auch Umwelt-Links zur Verfügung gestellt.
Bundesamt für Naturschutz (BfN)
Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) ist die zentrale wissenschaftliche Behörde des Bundes für den nationalen und internationalen Naturschutz. Sie berät das Bundesumweltministerium, vergibt Forschungsvorhaben, informiert die Öffentlichkeit und stellt der Fachwelt allgemeine Informationen, wissenschaftliche Daten und Publikationen zu Arten- und Naturschutz sowie der biologischen Vielfalt zur Verfügung. Das BfN bietet auf seiner Webseite aussagekräftige Zahlen und Fakten zu den einzelnen Themen. Die Publikationen können kostenlos heruntergeladen werden.
Der Bali Action Plan der Vertragsstaaten der UNFCCC ist eines der zentralen politischen Dokumente für die Wald und Klima-Diskussion: “The Conference of the Parties invites Parties to further strengthen and support ongoing efforts to reduce emissions from deforestation and forest degradation on a voluntary basis;.[…]“.
Das internationale Übereinkommen über den Schutz der biologischen Vielfalt (Convention on Biological Diversity, CBD) wurde 1992 verabschiedet und mittlerweile von 168 Staaten unterzeichnet. Die international verbindlichen Regelungen sollen weitere Verluste an Arten- und Lebensraumvielfalt verhindern und dafür sorgen, dass die Entwicklungsländer für den Schutz ihrer natürlichen Lebensräume gerechte Gewinnanteile erhalten. Die Webseite bietet einen sehr guten Überblick über das Thema Biodiversität, verdeutlicht die politische Debatte und zeigt neue Entwicklungen auf.
Das Washingtoner Artenschutzabkommen CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Flora and Fauna) ist eines der bedeutendsten internationalen Naturschutzabkommen. Es reguliert den Handel von etwa 33.000 Pflanzen- und Tierarten durch ein System von Bescheinigungen und Genehmigungen und schützt so die biologische Vielfalt in den Herkunftsländern.