„Wald-Fußabdruck“ der Wirtschaft
Die Zerstörung der Wälder wird vor allem durch die industriell betriebene Landwirtschaft, die globale Nachfrage nach billigem Palmöl, Rindfleisch und Soja verursacht. Die europäischen Staaten und Unternehmen sind im erheblichen Maße für Nachfrage und Kahlschlag mitverantwortlich. So werden beispielsweise 50% des brasilianischen Soja, für dessen Produktion große Flächen Regenwald gerodet werden, nach Europa exportiert. Jeder europäische Staat und viele Unternehmen haben demnach einen eigenen „Wald-Fußabdruck“.
Waldverlust und Artenschwund birgt Risiken für Unternehmen und Investoren
Der Verlust der Wälder und der Biodiversität birgt Risiken für zahlreiche Branchen. Vor allem Land- und Forstwirtschaft, Papierindustrie, die Bau- und die Tourismusbranche sind auf den Erhalt der biologischen Vielfalt, intakte Böden und Landschaften angewiesen. Diese Branchen sind es auch, die besonders stark in das Ökosystem Wald eingreifen. Gesunde Wälder und biologische Vielfalt sind demnach risikorelevante Größen für Unternehmen. Die positiven wie negativen Auswirkungen eines Unternehmens auf das Ökosystem Wald (und andere Ökosysteme) sollten aber nicht nur in das Risikomanagement, sondern auch in die externe Berichtserstattung integriert werden. In einem wettbewerbsintensiven Umfeld können ökonomisch nachhaltige Geschäftsmodelle weder die Risiken noch die Chancen aus Klimawandel/-politik, Ressourcenknappheit und Verhaltensänderungen ignorieren. Ihre Berücksichtigung liegt also letztlich im wohlverstandenen Eigeninteresse der Unternehmen.
Erste Projekte, wie das „Forest Footprint Disclosure Projekt“ von Global Canopy Programme (GCP), widmen sich diesem Thema und bieten Unternehmen die Möglichkeit, ihren Wald-Fußabdruck offenzulegen.
Artikel: Wald in der Unernehmensberichtserstattung
Autoren: Georg Schattney und Juliane von Stockhausen
© Business Communications Consulting, Frankfurt
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Folgende Institutionen und Webseiten bieten weiterführende Informationen zum Thema Wald in der Unternehmensberichterstattung:
Forest Footprint Disclosure Project
Das „Forest Footprint Disclosure Project“ ist ein von der britischen Regierung unterstütztes Projekt, das Investoren hilft den Wald-Fußabdruck von Unternehmen zu identifizieren und bei der Bewertung des Unternehmens zu berücksichtigen. Damit wurde ein Konzept entwickelt, das die Wirtschaft in den Waldschutz integriert und zur Verantwortung zieht. Das Projekt wird von Global Canopy Programme (GCP) durchgeführt.
Die Oekom Research AG ist eine führende Rating-Agentur im Segment der nachhaltigen Geldanlagen. Der von Oekom entwickelte Klimarisiko-Index bildet den potentiellen Einfluss sechs klimabedingter Risiken auf verschiedene Branchen ab. Gemeinsam mit dem Europäischen Dachverband für nachhaltige Investments (Eurosif) hat die Oekom kürzlich einen Bericht über Artenschwund als Unternehmensrisiko verfasst, der unter anderem dazu rät Biodiversitätsaspekte in die externe Unternehmenskommunikation zu integrieren.
Business and Biodiversity Offsets Programme (BBOP) von Forest Trends
BBOP ist ein von Forest Trends ins Leben gerufenes Kompensations-Instrument, das es Unternehmen ermöglicht, Schäden an Biodiversität und Ökosystemen, die durch ihre Geschäftstätigkeit entstehen, freiwillig und in unmittelbarer Nähe zu kompensieren.
Global Forest Footprint Report
Der von Global Canopy Programme im Rahmen des Forest Footprint Disclosure Projektes veröffentliche Bericht gibt einen Überblick darüber, wie die Unternehmen weltweit zur Entwaldung beitragen.
Der „Theme Report Biodiversity“ vom Europäischen Fachverband für nachhaltiges Investment (Eurosif) und der Oekom Research AG richtet sich an Investoren, Fondsmanager und Vermögensverwalter. Er zeigt auf, welche Chancen und Risiken der Verlust der biologischen Vielfalt für bestimmte Branchen birgt. Außerdem rät er Unternehmen, Biodiversitätsaspekte in ihr Risikomanagement und ihre externe Unternehmensberichtserstattung zu integrieren.