Wald als Klimainvestment bisher nur Randerscheinung
Wald ist bereits seit geraumer Zeit ein Anlagethema – sowohl für Institutionelle als auch für Privat-Investoren. Allerdings geht es dabei meist um Investitionen in die kommerzielle Waldwirtschaft. In diesem Bereich gibt es durchaus eine Reihe von Produkten, die ausschließlich in nachhaltig bewirtschaftete Wälder investieren. Im Kontext der Klima-Investments spielt der Wald jedoch aus Investorensicht, gerade im Vergleich zu den umfangreichen privaten Investitionen in Erneuerbare Energien und Umwelttechnologien, nur eine sehr untergeordnete Rolle.
Die freiwilligen Märkte bieten erste Investitionsmöglichkeiten
Da Wälder im bis 2012 geltenden internationalen Klimaregime und damit in den regulierten Märkten (Compliance Markets) keine substantielle Rolle spielen, findet der Großteil der über die CO2-Märkte mitfinanzierten Waldprojekte im so genannten freiwilligen Markt (Voluntary Market) statt. Nach Projekttypen sind dort zu unterscheiden:
All diese Projekte können so genannte VERs (Verified oder Voluntary Emissions Reductions) generieren. Diese Emissionsminderungsnachweise werden hauptsächlich von Unternehmen nachgefragt, die über die gesetzlichen Vorgaben hinaus Teile ihrer Geschäftsaktivitäten klimaneutral stellen wollen. Nicht zuletzt aufgrund einer substantiellen Erhöhung der Standards im freiwilligen Markt 2007 sowie durch die Diskussion einer Einbeziehung der Wälder in die regulierten Märkte – sowohl international (post-2012) als auch national (USA) – hat auch das Interesse von privaten Investoren an diesem Projekttyp zugenommen.
Artikel: Wald als Klimainvestment
Autoren: Georg Schattney und Juliane von Stockhausen
© Business Communications Consulting, Frankfurt
Folgende Institutionen und Webseiten bieten weiterführende Informationen:
Forest Carbon Partnership Facility (FCPF)
Mit der von der Weltbank geleiteten Forest Carbon Partnership Facility (FCPF) wurde der erste finanzielle Mechanismus geschaffen, um Entwicklungsländer für den Erhalt ihrer Wälder zu belohnen (Reducing Emissions from Deforestation and Degradation, REDD). Der auf der Klimakonferenz auf Bali vorgestellte Fonds speist sich aus freiwilligen Beiträgen der Industriestaaten, die in erste REDD-Pilotprojekte investiert werden. Die FCPF stellt in übersichtlicher Art und Weise ihre Funktionsweise dar, bietet Hintergrundinformationen zum Thema Wald und Klima sowie Informationen zu Veranstaltungen.
Forest Trends ist eine international tätige Non-Profit-Organisation, deren Ziel es ist, die gesellschaftliche Wertschätzung der Wälder voranzutreiben. Indem Ökosystem-Dienstleistungen von Wäldern ein Marktwert zugewiesen wird, sollen Waldschutz und nachhaltige Forstwirtschaft gefördert werden sowie die Existenzgrundlage der Völker verbessert werden, die von und in Wäldern leben. Forest Trends unterstützt Projekte und Unternehmen, die an der Entwicklung eines solchen Marktes beteiligt sind, stellt Verbindungen zwischen den einzelnen Akteuren (Investoren, Produzenten und Gemeinden) her und arbeitet an der Entwicklung von neuen Finanzierungsmechanismen zum Waldschutz.
Die Katoomba Group ist ein Netzwerk von Experten und Praktikern mit dem Ziel, die Entwicklung von Ökosystem-Märkte zu fördern. Die Gruppe dient als Forum zum Gedankenaustausch und zur strategischen Information über aktuelle Entwicklungen und Transaktionen. Die Gruppe bietet regelmäßige Newsletter zu den allgemeinen Entwicklungen und spezifisch zu den Entwicklungen im tropischen Südamerika sowie im östlichen und südlichen Afrika an.
The Prince’s Rainforests Project (PRP)
The Prince’s Rainforests Project ist eine Initiative des Prince of Wales (Prinz Charles), deren Ziel es ist, über die Dringlichkeit von Regenwaldschutz aufzuklären und nach geeigneten Anreizmechanismen dafür zu suchen. Im Rahmen des Projektes wurde ein „Emergency Package“ [aktiver Link zum Dokument auf der rechten Seite] zur Finanzierung der Ausgleichszahlungen an Entwicklungsländer formuliert.