Wälder erbringen eine Vielzahl von Dienstleistungen für Mensch und Natur
Wälder liefern dem Menschen eine Vielzahl von Gütern und Leistungen. So sind Wälder zum Beispiel für die lokalen und globalen Wasserkreisläufe unersetzlich. Sie speichern Wasser und geben es langsam wieder ab. Sie fungieren als große Wasserfilter und ersparen die teure Aufbereitung des Trinkwassers. Lokal dämpfen sie Temperaturschwankungen, erhöhen die Luftfeuchtigkeit und bremsen Stürme. In bergigen Regionen dienen Wälder als natürlicher Schutz vor Lawinen. Zudem schützen die Baumkronen die empfindliche Humusschicht vor Regen.
Ökosystem-Dienstleistungen der Wälder müssen bewertet werden
All diese Funktionen des Waldes werden unter dem Begriff „Ökosystem-Dienstleistungen“ zusammengefasst. Die Wälder erbringen jährlich Ökosystem-Dienstleistungen in Höhe von mehreren Billionen Euro, die bisher bei konventionellen ökonomischen Bewertungen entweder gar nicht berechnet, oder als selbstverständlich angenommen wurden. Aus diesem Grund ist es für Menschen oftmals profitabler, Wälder zu roden und beispielsweise als Anbauflächen für landwirtschaftliche Erzeugnisse zu nutzen, als ihren Bestand zu sichern. Der größte Teil der Entwaldung geht auf solche Fehlanreize zurück.
Artikel: Wald als Ökosystem-Dienstleister
Autoren: Georg Schattney und Juliane von Stockhausen
© BCC Business Communications Consulting, Frankfurt
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Folgende Institutionen und Webseiten eignen sich zur ersten Orientierung:
Forest Trends ist eine international tätige Non-Profit-Organisation mit dem Ziel, die gesellschaftliche Wertschätzung der Wälder voranzutreiben. Indem den Ökosystem-Dienstleistungen der Wälder ein Marktwert zugewiesen wird, sollen Waldschutz und nachhaltige Forstwirtschaft gefördert und die Existenzgrundlage der Völker, die von und in den Wäldern leben, verbessert werden. Forest Trends unterstützt Projekte und Unternehmen, die an der Entwicklung eines solchen Marktes beteiligt sind, stellt Verbindungen zwischen den einzelnen Akteuren (Investoren, Produzenten und Gemeinden) her und arbeitet an der Entwicklung von neuer Finanzierungsmechanismen zum Waldschutz.
Das Global Canopy Programme ist ein Zusammenschluss von 37 wissenschaftlichen Instituten aus 19 Ländern, die sich mit Forschung, Lehre und Schutz der Biosphäre der Baumkronen beschäftigen. Ziel der gemeinschaftlichen Aktivitäten ist es, Angebot und Wert der von den Wäldern erbrachten Ökosystem-Dienstleistungen zu erforschen und das Wissen darüber an politische und wirtschaftliche Entscheidungsträger zu vermitteln. Die Global Canopy-Webseite bietet einen sehr guten Überblick über finanzielle und politische Instrumente zum Waldschutz und demonstriert anhand einiger Fallstudien die konkrete Umsetzung solcher Projekte.
Coalition for Rainforest Nations
Die Coalition for Rainforest Nations ist eine zwischenstaatliche Organisation tropischer Regenwald-Staaten mit dem Ziel, wirtschaftliches Wachstum und Waldschutz in Einklang zu bringen. In enger Zusammenarbeit mit Industriestaaten unterstützt die Coalition of Rainforest Nations die Konzeption neuartiger Einkommensströme für eine nachhaltiges Wirtschaftswachstum, indem sie eine Reform der rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vorantreibt und Marktanreize für eine solche Entwicklung schafft. Die Organisation sieht in der Integration von Waldschutzmaßnahmen in die bereits bestehenden Emissionshandelssysteme eine Möglichkeit ihr übergeordnetes Ziel zu erreichen.
Die Katoomba Group ist ein Netzwerk von Experten und Praktikern mit dem Ziel, die Entwicklung von Ökosystem-Märkte zu fördern. Die Gruppe dient als Forum zum Gedankenaustausch und zur strategischen Information über aktuelle Entwicklungen und Transaktionen. Die Gruppe bietet regelmäßige Newsletter zu den allgemeinen Entwicklungen und spezifisch zu den Entwicklungen im tropischen Südamerika sowie im östlichen und südlichen Afrika an.
World Resources Institute (WRI), People & Ecosystems
Das World Resources Institute (WRI) ist einer der führenden ökologischen Think-Tanks. Zum umfassenden Angebot an Publikationen und Informationen zu den Themenbereichen „Climate & Energy“, „Governance & Access“, „Markets & Enterprise“ sowie „People & Ecosystems“. Die Sektion „People & Ecosystems“ enthält mehr als 100 Publikationen und Beiträge zum Thema Ökosysteme.
Die Studie The Economics of Ecosystems and Biodiversity (TEEB) wurde 2007 von Deutschland gemeinsam mit der EU-Kommission initiiert, um den Leistungen der Natur ökonomische Werte zuzuordnen und die wirtschaftlichen Auswirkungen der Schädigung von Ökosystemen zu erfassen. 2008 wurde dieser erste Zwischenbericht vorgelegt. Bereits zu diesem Zeitpunkt zeigt sich, dass der wirtschaftliche Wert der Leistungen der Ökosysteme weitaus höher ist, als von Ökonomen und Naturwissenschaftlern bisher angenommen.