Tropenwälder beherbergen fast die Hälfte aller Arten
Der Begriff Biodiversität bedeutet „Vielfalt des Lebens“ und umfasst den Reichtum an Genen, Arten und Ökosystemen. Die biologische Vielfalt, die wir heute vorfinden, ist das Ergebnis von mehreren Milliarden Jahren Evolutionsgeschichte. Von den geschätzten sechs bis fünfzehn Millionen Arten auf der Erde leben ca. zwei Drittel in den Wäldern. Obwohl die tropischen Regenwälder nur sechs Prozent der Erdoberfläche abdecken, finden sich in ihnen fast die Hälfte aller Arten weltweit.
Waldverlust führt zum Verlust der biologischen Vielfalt
Jedes Lebewesen hängt von der Existenz anderen Lebens ab und ist auf einzigartige Weise damit vernetzt. Das Aussterben einer Art verursacht eine ganze Reihe negativer Kettenreaktionen für die anderen Arten. Auch der Mensch ist integraler Bestandteil dieses Systems. Wenn durch die Abholzungen der Wälder das Ökosystem Wald zerstört wird und nur noch „Regenwaldinseln“ übrig bleiben, brechen die komplexen Verknüpfungen und Lebensgemeinschaften zusammen, Arten sterben aus und die wertvolle biologische Vielfalt geht verloren.
Artikel: Wald und Biodiversität
Autoren: Georg Schattney und Juliane von Stockhausen
© BCC Business Communications Consulting, Frankfurt
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Folgende Institutionen und Webseiten eignen sich zur ersten Orientierung:
Auf dieser Seite finden sich umfassende Informationen zum Thema Biodiversität: Begriffsbestimmung, Glossar, theoretische Ansätze sowie weiterführende Links und Adressen. Die Seite eignet sich, um einen ersten Überblick über das Thema zu erhalten.
Das internationale Übereinkommen über den Schutz der biologischen Vielfalt (Convention on Biological Diversity, CBD) wurde 1992 verabschiedet und mittlerweile von 168 Staaten unterzeichnet. Die international verbindlichen Regelungen sollen weitere Verluste an Arten- und Lebensraumvielfalt verhindern und dafür sorgen, dass die Entwicklungsländer für den Schutz ihrer natürlichen Lebensräume gerechte Gewinnanteile erhalten. Die Webseite bietet einen sehr guten Überblick über das Thema Biodiversität, verdeutlicht die politische Debatte und zeigt neue Entwicklungen auf.
Die Bundesregierung hat am 7. November 2007 eine nationale Strategie zur Umsetzung der Convention on Biological Diversity (CBD) beschlossen, die rund 330 Ziele und rund 430 Maßnahmen zu allen relevanten Themen enthält. Umgesetzt wird die Strategie nicht vom Bund allein, sondern durch einen dialogorientierten Prozess aller Gesellschaftsgruppen. Die Webseite ermöglicht einen Einblick in die Arbeit der einzelnen Foren.
EuMon – Europäisches Biodiversitätsmonitoringprogramm
Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union haben sich 2001 darauf festgelegt, den Rückgang der Artenvielfalt bis 2010 zu stoppen. Diese sogenannte Agenda 2010 wird von EuMon, dem europäischen Biodiversitätsmonitoringprogramm, beobachtet und kontrolliert. Die Webseite bietet Links zu interessanten wissenschaftlichen Publikationen, Organisationen und Institutionen, die sich mit Biodiversität befassen.
Das Washingtoner Artenschutzabkommen CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Flora and Fauna) ist eines der bedeutendsten internationalen Naturschutzabkommen. Es reguliert den Handel von etwa 33.000 Pflanzen- und Tierarten durch ein System von Bescheinigungen und Genehmigungen und schützt so die biologische Vielfalt in den Herkunftsländern.
Wichtige Forschungseinrichtungen zum Thema Biodiversität:
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) – Portal Biodiversität
Die Biodiversitätsforschung am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) ist breit gefächert und deckt zahlreiche Themen von grundlagenorientierten Ansätzen bis zu anwendungsbezogenen Themenstellungen ab. Insgesamt arbeiten 11 Abteilungen am UFZ unterschiedlich stark an biodiversitätsrelevanten Projekten, ca. 70 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind daran beteiligt. Das UFZ stellt mit der Erforschung der Biodiversität Grundlagen und politische Handlungsoptionen zur Verfügung.
Diversitas ist ein internationales Programm zur Unterstützung, Förderung und Dokumentation der weltweiten Biodiversitätsforschung und befasst sich mit Entstehung, Veränderung, Funktion als auch Erhalt von Biodiversität. Diversitas Deutschland ist die deutsche Plattform des internationalen Programms und bietet neben knappen Hintergrundinformationen zur Organisation, einen Veranstaltungskalender und einen gut recherchierten, umfassenden Newsletter.
European Platform for Biodiversity Research Strategy (EPBRS)
EPBRS ist ein Forum, in dem sich Forscher aus unterschiedlichen Disziplinen (Natur- und Sozialwissenschaften) sowie politische Entscheidungsträger und andere Akteure über das Thema Biodiversität austauschen, mit dem Ziel, zukunftsweisende Forschungsansätze zu identifizieren, zu strukturieren und konkrete Handlungsoptionen abzuleiten.
Die Studie The Economics of Ecosystems and Biodiversity (TEEB) wurde 2007 initiiert, um den Leistungen der Natur einen ökonomischen Wert zuzuordnen und die wirtschaftlichen Auswirkungen der Schädigung von Ökosystemen zu erfassen. 2008 wurde dieser erste Zwischenbericht vorgelegt. Bereits zu diesem Zeitpunkt zeigt sich, dass der wirtschaftliche Wert der Leistungen der Ökosysteme weitaus höher ist, als von Ökonomen und Naturwissenschaftlern bisher angenommen.