Aufforstung und Wiederaufforstung unterstützen den Klimaschutz
Aufforstung (das Pflanzen von Bäumen auf bisher nicht oder seit langem nicht bewaldeten Flächen; engl. Afforestation) und Wiederaufforstung (Bepflanzung ehemals bewaldeter Flächen; engl. Reforestation) kann einen wichtigen Beitrag für den Schutz des Klimas leisten. Es ist die einzige durch den Menschen bereits heutzutage praktisch umsetzbare Möglichkeit, in die Atmosphäre gelangtes Kohlendioxid (CO2) wieder in Biomasse zu binden. Andere Möglichkeiten – wie z.B. eine Steigerung der CO2-Bindungskapazitäten der Meere – befinden sich erst in der Erforschung.
Kein Ersatz für vermiedene Entwaldung
Unter vielen Umweltgesichtspunkten ist vermiedene Entwaldung (Avoided Deforestation) wichtiger als (Wieder-)Aufforstung. Denn junge Wälder können die vielfältigen Ökosystem-Dienstleistungen der Urwälder nicht ersetzen, speichern nicht die gleiche Menge Kohlenstoff und können auch zerstörte Biodiversität nicht wiederherstellen. Dennoch eignen sich Aufforstungsprojekte neben ihrem positiven Beitrag zum Klimaschutz auch zum Schutz vor Erosion und Wüstenbildung. Eines der größten Aufforstungsprojekte ist der „Green Wall of China“, einem 4.500 km-langen Waldgürtel, mit dem bis 2078 die Ausbreitung der Wüste Gobi verhindert werden soll. Noch größer ist das Projekt „Great Green Wall“ (La Grand Muraille Verte), das von der Vereinigung der Sahel- und Sahara-Staaten (CEN SAD) initiiert wurde und durch einen 7.000 km-langen Waldgürtel die Ausbreitung der Sahara eindämmen soll.
Artikel: Aufforstung & Wiederaufforstung (Afforestation & Reforestation)
Autoren: Georg Schattney und Juliane von Stockhausen
© Business Communications Consulting, Frankfurt
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Folgende Institutionen und Webseiten beschäftigen sich mit dem Thema Aufforstung und Wiederaufforstung:
Great Green Wall (GGW) / La Grande Muraille Verte (GMV)
Das Great Green Wall-Projekt (La Grande Muraille Verte) hat die Aufforstung eines 7.000 km langen und 15 km breiten Waldgürtels vom Senegal bis nach Djibouti zum Ziel, mit dem die Ausbreitung der Sahara eingedämmt werden soll. Das Projekt wurde von der Vereinigung der Sahel- und Sahara-Staaten (CEN SAD) initiiert. Die teilnehmenden Länder sind Äthiopien, Burkina Faso, Djibouti, Eritrea, Mali, Mauretanien, Niger, Nigeria, Senegal, Sudan und Tschad. Die Projekt-Webseite bietet umfassende Informationen zu Projekt-Konzept und Projekt-Status.
The Community of Sahel-Saharan States (CEN SAD), Great Green Wall Program
Eine Untersektion der Webseite der Vereinigung der Sahel- und Sahara-Staaten (The Community of Sahel-Saharan States, CEN SAD) bietet aktuelle Informationen zum bisherigen Verlauf des Great Green Wall-Programms.
Das Green Belt Movement ist aus einem Aufforstungsprojekt der späteren kenianischen Nobelpreisträgerin Wangaari Maathai hervorgegangen. Inzwischen ist aus dem Projekt eine panafrikanische Entwicklungsorganisation geworden. Ziel des Green Belt Movement, das sich überwiegend aus Frauen den ärmsten Bevölkerungsschicht rekrutiert, sind die Vermeidung der Bodenerosion und eine nachhaltige Brennstoff- und Wasserversorgung.
Die Katoomba Group ist ein Netzwerk von Experten und Praktikern mit dem Ziel, die Entwicklung von Ökosystem-Märkte zu fördern. Die Gruppe dient als Forum zum Gedankenaustausch und zur strategischen Information über aktuelle Entwicklungen und Transaktionen. Die Gruppe bietet regelmäßige Newsletter zu den allgemeinen Entwicklungen und spezifisch zu den Entwicklungen im tropischen Südamerika sowie im östlichen und südlichen Afrika an.
Ecosecurities: Forest Carbon Offsetting Survey 2009
Im Rahmen des Forest Carbon Offsetting Survey wurden 120 globale, multinationale und regionale Organisationen sowie 21 Klimadienstleister hinsichtlich der Perspektiven des Marktes für CO2-Emissionsrechte aus Waldprojekten befragt. Die Erhebung ergab, dass Zertifikate aus Projekten zu vermiedener Entwaldung zunehmend erwünscht sind und besser bewertet werden als alternative Zertifikate aus Waldschutzprojekten (aus Aufforstungs- und Wiederaufforstungsprojekten). Die Umfrage macht klar, dass viele Firmen mittlerweile die Vorteile von Waldprojekten als Alternativen zu CO2-Zertifikaten aus anderen Projekten sehen, auf ihre Stabilität und Zuverlässigkeit vertrauen und außerdem die Wichtigkeit von Waldschutzmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Klimaschutz erkennen.
New Carbon Finance: Forging a New Frontier: State of Voluntary Carbon Markets 2008
Der Bericht von New Carbon Finance und Ecosystem Marketplace zu den freiwilligen Märkten für CO2-Emissionsrechte geht u.a. auch auf die Stellung von Aufforstungs- und Wiederaufforstungsprojekten in den CO2-Märkten ein.