Waldschutzprojekte im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit
Der Großteil der Waldschutzprojekte wird bisher im Rahmen klassischer Entwicklungszusammenarbeit und von spezialisierten Waldschutz-Organisationen (NGOs) durchgeführt. Diese umfassen Aufforstungs- und Wiederaufforstungsprojekte, Projekte zur Förderung nachhaltiger Forstwirtschaft, den Aufbau von Institutionen (z.B. Forstverwaltung), die Vermittlung von Handlungskompetenzen sowie der Aufbau von Monitoring-Systemen zur Überwachung von zertifizierten Waldgebieten.
Waldschutzprojekte innerhalb des Kyoto-Regimes
Der Clean Development Mechanismus (CDM) des Kyoto-Protokolls ermöglicht es Industriestaaten, durch die Finanzierung von emissionseinsparenden Klimaprojekten in Entwicklungsländern oder in Transformationsländern Emissionsreduktionsgutschriften zu erwirtschaften, die auf das eigene Reduktionsziel angerechnet werden. Im Rahmen des CDM-Mechanismus wurden bereits erste Waldprojekte durchgeführt, wobei ihr Umfang im Vergleich zu Projekten im Bereich der Erneuerbaren Energien sehr gering ist.
Artikel: Fallstudien & Projekte
Autoren: Georg Schattney und Juliane von Stockhausen
© Business Communications Consulting, Frankfurt
Fallstudien & Beispielprojekte:
Naturschutz in Papua Neuguinea
Projektmanagement: KfW
Als eines der ersten Tropenwaldvorhaben im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) finanziert die KfW ein Modell-Naturschutzgebiet in Papua-Neuguinea. Aus der Internationalen Klimaschutzinitiative des BMU werden Mittel aus der Versteigerung von CO2-Emissionsrechten verwendet. Das Konzept des Projekts umfasst auch eine Partnerschaft mit den lokalen Gemeinschaften. Um eine langfristige selbst tragende Verwaltung des Schutzgebietes sicherzustellen, wurde ein Treuhandfonds für die Finanzierung laufender Kosten (Gehälter etc.) eingerichtet. Das Ziel ist eine enge Verknüpfung von Naturschutz und einer auch sozial nachhaltigen Entwicklung der Bevölkerung. Parallel werden im Rahmen des Projektes Methoden zur Messung von Kohlenstoffhaushalten, Monitoringkonzepte und Indikatoren entwickelt.
Nationalpark Phong Nha Ke Bang (Vietnam)
Projektmanagement: KfW
Kernprobleme des 90.000 Hektar großen Phong Nha Ke Bang-Nationalparks sind die illegale Nutzung (v.a. Raubbau), die mangelnden Kontrollen durch die Naturschutzbehörden sowie die große Armut der dort ansässigen Bevölkerung. Dem soll nun durch ein neues, groß angelegtes, deutsch-vietnamesisches Naturschutzvorhaben entgegen gewirkt werden. Das Konzept verknüpft Naturschutz mit einer nachhaltigen Entwicklung der Projektregion und ihrer Bevölkerung und umfasst fünf Schwerpunkte: Das Parkmanagement und den Parkschutz, die Verbesserung des Waldzustandes und der Waldbewirtschaftung u.a. durch Nutzungsrechte für die lokale Bevölkerung, die Förderung von alternativen Einkommensmöglichkeiten, Tourismusentwicklung und komplementäre Querschnittsmaßnahmen wie strategische Umweltprüfungen, Sensibilisierungs- und Schulungsmaßnahmen sowie Umweltkommunikation.
Modell der „Grünen Sparbücher“ (Vietnam)
Projektmanagement: KfW
Wie neue Formen der Nutzung aussehen können, die gleichzeitig Einkommen sichern und Wald und Klima schützen, zeigt das Modell der "Grünen Sparbücher" in Vietnam. Um die Entwaldung zu stoppen, erhalten Bauernfamilien langfristige Nutzungsrechte an staatlichem Forstland, das sie aufforsten und selbst bewirtschaften. Als Startkapital erhalten sie Baumsetzlinge, Dünger, Schulungen sowie ein Sparbuch mit dem gesamten Arbeitslohn der ersten drei Jahre. Das Sparbuch wird verzinst und über einen Zeitraum von acht Jahren in jährlichen Raten an die Bauern ausgezahlt, um die Zeit zu überbrücken, bis die Waldnutzung erste Erträge bringt.
Schutz und Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen – Biodiversität und Klimawandel (Mongolei)
Projektmanagement: GTZ
Die mongolische Regierung steht vor der Herausforderung, die natürlichen Ressourcen für die notwendige wirtschaftliche und soziale Entwicklung zu nutzen und zugleich der bedrohlichen Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen vor allem in den ländlichen Regionen entgegenzuwirken. Das GTZ-Programm entwickelt Konzepte für eine nachhaltige Wertschöpfung aus natürlichen Ressourcen und setzt sie modellhaft in den Programmregionen um. Sie unterstützt außerdem in Zusammenarbeit mit relevanten Behörden eine nachhaltige, beteiligungsorientierte Waldbewirtschaftung und den Aufbau eines funktionalen Systems von Wirkungsbeobachtung und Kontrolle in Naturschutz, Ressourcenmanagement und Waldwirtschaft.
Sektorvorhaben Internationale Waldpolitik (überregionales Projekt)
Projektmanagement: GTZ
Das überregionale Projekt „Internationale Waldpolitik“ (IWP) setzt mit seiner Arbeit an den politischen Rahmenbedingungen an. IWP verbindet die Beratungsarbeit in Partnerländern mit der Politikgestaltung auf internationaler Ebene. Weltweit sind alle Länder aufgefordert, im Dialog mit allen Betroffenen langfristige politische Strategien zu entwickeln, um ihre Wälder nachhaltig zu nutzen und so für zukünftige Generationen zu bewahren. IWP fungiert dabei als Mittler und Katalysator. Es geht dabei um Positionen, die einerseits auf Erfahrungen aus Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (EZ) und andererseits auf internationale Beschlüsse und Konzepte zurückgreifen.
Ibi Bateke Carbon Sink Plantation Project, IBCSP (Dominikanische Republik)
IBCSP ist ein Aufforstungsprojekt, das als erstes seiner Art unter dem Clean Development Mechanismus (CDM) des Kyoto-Protokolls in der Dominikanischen Republik durchgeführt wird. In den nächsten 30 Jahren sollen 4.200 Hektar degradiertes Land aufgeforstet werden. Abgeleitet aus den rund 2,4 Millionen Tonnen gespeicherten CO2 sollen Zertifikate generiert und an den internationalen Emissionsmärkten verkauft werden. Bis 2017 hat die Weltbank zugesichert 500.000 Emissionsreduktionen zu erwerben, aus dessen Erlös die Weiterführung des Projekts finanziert wird.
Alternative Energien zum Schutz der Wälder, Yunnan Provinz, China
Projektmanagment: The Nature Conservancy
Eine halbe Millionen Haushalte im Nordwesten der Provinz Yunnan hängen von dem Holz der Wälder für ihren täglichen Bedarf an Kochen und Wärme ab. Mithilfe alternativer Energien (Biogas, Solar, Wasserkraft) und effizienterer Geräte soll durch das Nature Conservacy Projekt die Nachfrage nach Holz und damit die Entwaldungsraten erheblich verringert werden.
Emissionsreduktion in Aceh, Indonesien
Projektmanagment: Merrill Lynch International, Carbon Conservation, Flora & Fauna International (FFI)
Im April 2008 haben Merrill Lynch International und Carbon Conservation ein Abkommen für das weltweit erste kommerziell finanzierte Projekt zum Schutz bestehender Wälder unterzeichnet. Mithilfe der Finanzmittel sollen Wälder, die gegenwärtig als Holzeinschlaggebiete ausgewiesen sind, in Schutzgebiete umgewandelt werden. Durch die „vermiedene Entwaldung“ sollen jährlich 3,3 Millionen handelbare Emissionsgutschriften ausgeschüttet werden, über deren Verkauf die Bevölkerung für entgangene Erlöse entschädigt werden. Weitere Informationen in der Broschüre „Forests NOW – Die Wälder im Kampf gegen den Klimawandel“ – direkter Link hier.
Das Green Belt Movement ist aus einem Aufforstungsprojekt der späteren kenianischen Nobelpreisträgerin Wangaari Maathai hervorgegangen. Inzwischen ist aus dem Projekt eine panafrikanische Entwicklungsorganisation geworden. Ziel des Green Belt Movement, das sich überwiegend aus Frauen den ärmsten Bevölkerungsschicht rekrutiert, sind die Vermeidung der Bodenerosion und eine nachhaltige Brennstoff- und Wasserversorgung.
Die Katoomba Group ist ein Netzwerk von Experten und Praktikern mit dem Ziel, die Entwicklung von Ökosystem-Märkte zu fördern. Die Gruppe dient als Forum zum Gedankenaustausch und zur strategischen Information über aktuelle Entwicklungen und Transaktionen. Die Gruppe bietet regelmäßige Newsletter zu den allgemeinen Entwicklungen und spezifisch zu den Entwicklungen im tropischen Südamerika sowie im östlichen und südlichen Afrika an.